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Mercoledì 29 Settembre 2010 18:30
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Der Bundesrat braucht einen Arzt

Omar Gisler irrt, wenn er Ignazio Cassis lediglich als regionalen Hoffnungsträger für die stark verfilzte Tessiner Politik darstellt (NZZ 31. 8. 10). Mit Cassis steht ein Kandidat für den Bundesrat zur Verfügung, dessen Persönlichkeitsprofil und Kompetenz an den wahrscheinlich besten Bundesrat erinnert, den das Land je hervorgebracht hat, Stefano Franscini (1796-1857), den Vater der eidgenössischen Wirtschaftsstatistik und Wirtschaftsgeografie. Franscini war wegen seines bedingungslosen Commitments für das Wohl des ganzen Landes im eigenen Kanton unbeliebt; ohne seinen Einsatz wären viele Voraussetzungen für die nachhaltig erfolgreiche Umsetzung der Bundesverfassung von 1848 nie geschaffen worden.

Das Parlament würde einen schwerwiegenden Fehler machen, wenn es die heute sich bietende einmalige Gelegenheit, einen Arzt und hochkompetenten Sachpolitiker in den Bundesrat zu wählen, ungenutzt verstreichen liesse. Es steht heute sehr viel auf dem Spiel: Das schweizerische Gesundheitswesen, einer der bedeutendsten Wirtschafts-, Innovations- und Wertschöpfungsfaktoren des Landes, wird durch unzweckmässige und unsystematische Regulierungen in seiner Entwicklung unnötig gehemmt. Gefragt ist ein Bundesrat, der im Gesundheitswesen Ordnung und Aufbruch orchestrieren kann. Dass Ignazio Cassis gleichzeitig Vertreter der Italianità ist, wäre letztlich eine erwünschte Nebenwirkung.

Hans-Ulrich Iselin, Riehen Facharzt für innere Medizin